Nepenthes bicalcarata

Nepenthes bicalcarata war der ursprüngliche Anlaß für alle unsere Bruneireisen. Bis dahin war bekannt, daß sie mit Ameisen (Camponotus schmitzi) zusammenlebt, die sie nicht verteidigen, von ihrer Beute leben, und man glaubte, daß sie beim Verdauen helfen.

Die Ameisen leben in den hohlen Kannenstielen, wo sie ihre Brut aufziehen, und unter dem Kannenrand, wo die erwachsenen Tiere sich die meiste Zeit aufhalten, und wo sie die Beute zerlegen, die sie in der Kanne tauchend (!) gefunden und herausgezogen haben. Eine Kolonie erstreckt sind in der Regel über eine Pflanze.

Marlis hat herausgefunden, daß die bis dahin rätselhaften "Zähne" riesige Nektardrüsen sind, die wohl der Versorgung der C. schmitzi dienen. Diese brauchen so nicht die übrigen Nektarien zu verteidigen, was sie in Konflikt mit anderen Besuchern bringen und der fleischfressenden Pflanze schaden würde.

Aggressiv wie bei Pflanzenameisen üblich sind C. schmitzi nur gegenüber dem Käfer Alcidodes spec., der Knospen und junge Blätter von Kannenpflanzen zerstört und immensen Schaden anrichten kann.

Das innere der langlebigen Kannen (sie können über ein Jahr alt werden) wird außer von Ameisen von vielen anderen Tieren bewohnt, Mückenlarven, Fliegenlarven, Milben, Einzeller, Landkrabben und gelegentlich von Fröschen. Die von Ulmar Grafe entdeckte Art entwickelt sich ohne zu fressen von ihrem Dottervorrat zum streichholzkopfgroßen Frosch.

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